Ein Kunstwerk ist niemals wirklich starr. Es ist ein lebendiger Organismus, der mit der Zeit atmet. Manchmal vergehen Wochen, Monate oder gar Jahre, in denen ein Bild ruht – doch in mir arbeiten die Inspirationen und Gedanken unaufhörlich weiter. Wie ein guter Wein, der im Verborgenen reift, um seine wahre Tiefe zu entfalten, so entwickeln sich auch die Visionen in meinem Geist weiter.
Bei der spirituellen Metamorphose geht es nicht um eine bloße „Aufwertung“ oder kosmetische Korrektur eines älteren Bildes. Es ist das Einfließen einer völlig neuen, gereiften Energie. Die ursprüngliche Grundform weicht auf, transformiert sich und geht ganz neue, tiefere Wege. Es ist ein ständiges Erweitern und spirituelles Weiterdenken, bis das Werk in seiner neuen Form die absolute Vollendung findet.
Der Ursprung dieses Werkes trug den Titel „Wasser ist Leben“.
Es zeigte die reine, ungezähmte Kraft der Natur – einen lebendigen Wasserfall,
der sich unaufhaltsam seinen Weg bahnt. Doch Wasser fließt,
verändert sich und bleibt niemals starr.
In der spirituellen Metamorphose ist aus dieser Urform ein völlig neues Bewusstsein erwacht.
Der Wasserfall ist nun untrennbar mit dem Menschen verschmolzen:
Ein Gesicht blickt uns entgegen, dessen Haare und Konturen aus den fließenden Wassermassen geformt sind.
Da der Mensch selbst zu einem Großteil aus Wasser besteht,
schließt sich hier der Kreis der Schöpfung.
Das Element und das Leben sind eins geworden.
Diese Verwandlung zeigt eindrucksvoll den Weg der Systemmalerei:
Ein Bild reift über die Zeit,
nimmt neue Energie auf und wandelt sich von der reinen Landschaftsdarstellung zu einem tiefgründigen, spirituellen Faktor –
dem vollendeten Ausdruck menschlicher und natürlicher Verbundenheit.
"Buddha blaue Weite"
Original/Acrylfarbe Himmelblau + Blau
Goldfarbe + Gitzer sowie Orange
Format 50 cm x 60 cm
Entstehungsjahr 2023/25
Nr.:SoA 17
Am Anfang stand die Stille.
Unter dem ursprünglichen Titel „Buddha blaue Weite“
ruhte die Silhouette des Buddhas inmitten eines tiefblauen Meeres.
Sanfte, ganz normale Wellen umgaben die meditative Gestalt –
ein Zustand des Wartens, der tiefen Kontemplation und der Ruhe im Ozean des Seins.
Durch die spirituelle Metamorphose bricht dieses Bild aus seiner Starre aus und erwacht kraftvoll zum Leben. Das Werk hat eine völlig neue Energie aufgenommen:
Die Aura des Buddhas verdichtet sich zu einer schützenden,
fast tempelartigen Urform, während das tiefe Blau des Meeres von goldenen,
kosmischen Strukturen durchbrochen wird.
Es ist keine einfache Meereslandschaft mehr,
sondern ein lebendiger, pulsierender Raum voller spirituellem Licht.
Dieses Werkpaar verdeutlicht die Philosophie der Systemmalerei:
Die ursprüngliche Idee reift weiter,
fängt die Schwingungen des Moments ein
und transformiert das Bild von einer ruhigen Meditation in ein energetisches, lebendiges Gesamtkunstwerk.
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